Abschiedsbriefe

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Brief Rudolfs an seinen Freund und Sektionschef Szögyeny-Marich:

"Lieber Szögyeny!

Ich muss sterben, das ist die einzige Art, zumindest wie ein Gentleman diese Welt zu verlassen.

Haben Sie die Güte, meinen Schreibtisch hier in Wien im türkischen Zimmer, dort, wo wir in besseren Zeiten so oft zusammensaßen, aufzumachen und die Papiere so zu behandeln, wie es in meinem letzen Willen - hier beigeschlossen - aufgeschrieben ist.

Herzlichst grüßend und Ihnen und unserem angebeteten ungarischen Vaterland alles Gute wünschend bin ich

                       Ihr getreuer

                                    Rudolf"

Beigefügt war folgendes Kodizill:

"Sektionschef von Szögyeny soll die Güte haben, allein gleich meinen Schreibtisch im türkischen Zimmer in Wien aufzumachen. Folgende Briefe werden verschickt: An Valerie, an meine Frau, an Baron Hirsch, an Mizi Kasper. - Was von Geld sich vorfindet, bitte ich, alles Mizi Kasper zu übergeben. Mein Kammerdiener Loschek weiss ihre Adresse genau.

Alle Briefe der Gräfin Marie Larisch-Wallersee und der kleinen Vetsera an mich sind alsogleich zu vernichten.

Mit den anderen Schriften kann Szögyeny nach gutdünken handeln, mit militärischen sich früher mit Oberstleutnant Mayer ins Einvernehmen setzen."

Die Briefe in seinem Schreibtisch wurden gefunden. Die Worte an seine Frau Stephanie sind bekannt:

"Du bist von meiner Gegenwartbefreit, werde glücklich auf Deine Art. Sei gut für die arme Kleine, die das einzige ist, was von mir übrigbleibt. Allen Bekannten, besonders Bombelles, Spindler, Latour, Wowo, Gisela, Leopold etc. etc. sage meine letzten Grüsse. - Ich gehe ruhig in den Tod, der allein meinen guten Namen retten kann. - Dich herzlich umarmend

                     Dein Dich liebender

                                 Rudolf"

Rudfolf soll ferner seine Mutter Kaiserin Elisabeth gebeten zu haben neben Mary auf dem Friedhof von heiligenkreuz begraben zu werden. Der Brief selber ist aber nicht auffindbar.

Mary hat 4 Briefe in Mayerling hinterlassen. An Ihre Mutter:

"Liebe Mutter!

Verzeiht mir, was ich getan. Ich konnte der Liebe nicht widerstehen. In Übereinstimmung mit ihm will ich neben ihm auf dem Friedhof von Alland begraben sein. Ich bin gücklicher im Tode als im Leben.

                    Deine

                              Mary"

Wo sind diese Briefe? Wer hat sie gesehen?

Warum wollte Mary in Alland und Rudolf in Heiligenkreuz begraben sein?

Mehr Fragen als Antworten im Drama von Mayerling ...